The Expendables nennt sich ein Trupp bestens ausgebildeter Söldner, der von dem mit allen Wassern gewaschenen Barney Ross befehligt wird. Von dem undurchsichtigen Church, der den Mord an seinem Sohn rächen lassen will, erhalten sie den Auftrag, den Diktator Garza in seiner Bananenrepublik zu töten und den alten, demokratisch gewählten Präsidenten wieder zu installieren. Schnell stellen Ross und Co. fest, dass Garza zum einen von der CIA gedeckt wird, ihr Auftraggeber zum anderen mit falschen Karten spielt. Und dann heftet sich mit dem durchgeknallten Gunnar Jenssen auch noch ein unehrenhaft aus der Gruppe ausgeschiedener Killer an die Fersen der Expendables.
Die Renaissance des Sylvester Stallone hält an. Nach den erfolgreichen Fortsetzungen "Rocky Balboa" und "John Rambo" lässt die Actionikone nach eigenem Drehbuch den Actionfilm der Achtzigerjahre wieder aufleben, mit einem Mercenary-Movie, das nach dem Muster von "The Wild Bunch" gestrickt ist, Underdogs und Außenseiter feiert und mit einer Besetzungsliste aufwartet, die Genrefans ins Schwärmen bringt: Neben Stallone selbst sind einschlägige Publikumslieblinge wie Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren und Mickey Rourke vor der Kamera versammelt. Arnold Schwarzenegger schaut auf ein Cameo vorbei und erteilt dem Projekt, das vor dem Altar von "Die City Cobra" und "Phantom-Kommando" betet, seinen Segen.
MÄNNERTRIP
Der bodenständige Plattenlabel-Angestellte Aaron darf für seinen Boss den abgehalfterten Rockstar Aldous in London abholen, um ihn erst nach New York für einen Promoauftritt bei der "Today Show" und nach Los Angeles zum Konzert zu begleiten. Statt pünktlich zum Flughafen zu fahren, schleppt Aldous seinen größten Fan Aaron von einer Kneipe in die andere, macht ihn sturzbetrunken und lässt ihn auf dem Klo von einem Groupie beglücken. Sie schaffen es dennoch rechtzeitig in den Big Apple, und Aaron nimmt es auf sich, anstelle von Aldous Alkohol und Drogen zu konsumieren, um seinen Schützling wenigstens halbwegs nüchtern zu halten.
Sex, Drugs & Rock'n'Roll im Exzess fungieren als Aufhänger dieses von Komödienass Judd Apatow produzierten Trips in die bizarre Welt eines abgehalfterten Rockstars. Bei der Figur Aldous Snow (erinnernswert eigenwillig vom britischen Komiker Russell Brand verkörpert) handelt es sich um ein Spin-off der ebenfalls von Nick Stoller inszenierten romantischen Dramedy "Nie wieder Sex mit der Ex". Obszöne Songtexte und ultrakrude Bad-Taste-Gags gehören ebenso zum Repertoire der frech-frivolen Buddykomödie mit "Hangover"-Stopp wie gefühlvolle Momente.
KARATE KID
Der zwölfjährige Dre Parker aus Detroit ist alles andere als erfreut, als seine alleinerziehende Mutter eine einmalige berufliche Chance ergreift und mit dem Sohnemann nach China zieht. Als er sich in der Schule in die hübsche Mei Ying verliebt, macht er sich seinen Klassenkameraden Cheng zum Feind. Gegen dessen Kung-Fu kann er mit seinen mühsam antrainierten Karatekicks keinen Blumentopf gewinnen. Zum Glück findet er in dem Lehrer Mr Han einen Unterstützer, der sich als ehemaliger Martial-Arts-Meister erweist.
26 Jahre nach dem gleichnamigen Teenmovie-Klassiker von John G. Avildsen, der aus Ralph Macchio kurzzeitig einen Star machte und drei Fortsetzungen sowie unzählige Kopien, die sich seiner Handlungsblaupause bedienten, nach sich zog, wird die Saga vom unbedarften Schüler und weisen Martial-Arts-Lehrer für das zweite Jahrzehnt des neuen Millenniums neu erfunden. Unter der Regie des Holländers Harals Zwart ("Der rosarote Panther 2") spielen Will Smiths Sohn Jaden in seiner ersten Hauptrolle und - als Idealbesetzung - Jackie Chan in der Pat-Morita-Rolle.
MOON
Seit drei Jahren ist Sam Bell auf der dunklen Seite des Mondes stationiert. Allein überwacht er dort für Lunar Industries die Förderung von Rohstoffen, die die Energieprobleme auf der Erde lösen. Drei Wochen noch, dann soll er wieder abgelöst und heimgeschickt werden - zu seiner Frau und seiner Tochter, die vor seiner Mission eine schwere Zeit zu durchleben hatten. Für Sam ist es höchste Zeit, nach Hause zu kommen: Er leidet schwer an Lagerkoller und glaubt bisweilen, sich selbst zu sehen. Nach einem Unfall wird er gerettet - von einem Mann, der tatsächlich so aussieht wie er und behauptet, er sei Sam Bell.
mit einem großartigen Science-Fiction-Drama in der Tradition von "2001" und "Lautlos im Weltraum" gibt David Bowies Sohn Duncan Jones ein aufsehenerregendes Regiedebüt. Befeuert von einem wirklich spektakulären Auftritt von Sam Rockwell in einer Doppelrolle, nimmt sich die ebenso bedächtig wie konzentriert erzählte Geschichte über den einsamsten Menschen der Welt, der zunehmend erkennen muss, dass sein Leben auf Sand gebaut ist, viel Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Das tut sie dann aber in der exzellent designten Produktion, der man das Minibudget von fünf Mio. Pfund niemals ansieht, mit Wucht.
HERBSTGOLD
Jiri ist 82 Jahre alt, Hochspringer und nutzt die Treppen des Mietshauses in seiner tschechischen Heimat als Trainingsplatz, die temperamentvolle italienische Diskuswerferin Gabre verrät niemandem ihr Alter, Ilse, die 85-jährige Kugelstoßerin aus Kiel, will unbedingt noch einmal die Sechs-Meter-Marke knacken. Und schließlich ist da noch der fast 100-jährige Österreicher Alfred, der den Diskus immer noch weit schleudern kann. Sie alle werden bei der anstehenden Senioren-WM im finnischen Lahti antreten.
In seiner ans Herz gehenden Hommage an das Alter porträtiert Jan Tenhoven fünf sehr alte Menschen, die sich mit Sport fit halten und immer neue Ziele setzen. Dass der Film über die Maßen berührt, bewegt und einen immer wieder zum Lachen bringt, hat der Regisseur seinen Hauptfiguren zu verdanken, die völlig uneitel und mit großer Natürlichkeit in die Kamera plaudern. Vor allem aber sind es die kleinen Gesten, die einfachen Blicke, die beiläufig geäußerten Weisheiten, die diese Dokumentation so einzigartig machen.
SALT
Evelyn Salt genießt bei der CIA den Ruf, eine der besten Agentinnen des Geheimdienstes zu sein. Loyalität und Patriotismus stehen bei ihr an erster Stelle. Niemand würde ihre Integrität infrage stellen. Bis ein Überläufer sie beschuldigt, eine russische Spionin zu sein. Salt setzt sich ab. Während sie ihre ganzen Fähigkeiten einsetzt, um ihre Verfolger zu täuschen und abzuschütteln, müht sie sich darum, ihre Unschuld zu beweisen. Damit bewirkt sie aber nur das Gegenteil. Offenbar gibt es ein Geheimnis, von dem keiner erfahren soll.
Nach "Mr. & Mrs. Smith" und "Wanted" nutzt Angelina Jolie ihr ikonisches Charisma erneut, um in einem Agententhriller zu glänzen, der ursprünglich Tom Cruise auf den Leib geschrieben worden war. Unter der Führung des versierten Genrespezialisten Phillip Noyce ("Das Kartell"), der nach vierjähriger Pause auf den Regiesessel zurückkehrt, ist das raffinierte Rätselspiel aus der Feder von Kurt Wimmer und Brian Helgeland aber deutlich realistischer angelegt: Look & Feel des mit Liev Schreiber und Chiwetel Ejiofor auch in den Nebenrollen hochkarätig besetzten Films erinnern an die Jack-Ryan-Filme von Noyce, ohne dass die modernsten Errungenschaften der Tricktechnik zu kurz kämen.
EASY VIRTUE
England in den Zwanzigerjahren. Nachdem John Whittaker im Urlaub in Frankreich die lebenslustige Larita kennengelernt und geheiratet hat, stellt er seine große Liebe seiner Familie vor. Doch seine konservative, neurotische und frustrierte Mutter ist entsetzt über das vermeintliche Flittchen aus Amerika, macht Larita von Beginn an den Aufenthalt auf dem noblen Landsitz zur Hölle. Nur in ihrem Schwiegervater, der in der eigenen Familie ein Außenseiter ist, und anfangs auch in ihrem Ehemann findet Larita Verbündete.
Nach zehnjähriger Leinwandpause feierte der Australier Stephan Elliott ein gelungenes Regiecomeback. Seine Verfilmung einer 1924 von Noel Coward geschriebenen Komödie, die Spießertum und Snobismus attackiert, glänzt mit geistreichem und giftigem Wortwitz, schlägt über die Musik, die auch modernere Hits altmodisch arrangiert, die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und hat in Kristin Scott Thomas als Reizfigur, Colin Firth als Zyniker mit Seele und Jessica Biel als Freigeist Stars, die ideal besetzt sind.
TOY STORY 3
Der Moment des Abschieds ist gekommen: Andy ist den Kinderschuhen entwachsen und macht sich bereit, aufs College zu gehen. Für sein stets getreues Spielzeug hat er keine Verwendung mehr. Andys Mutter spendet die Spielsachen der Kindertagesstätte Sunnyside. Doch dieses angebliche Paradies entpuppt sich nach zuerst freundlicher Aufnahme durch die alteingesessenen Spielzeuge bald zum Gefängnis für die Freunde. Ein ausgeklügelter Ausbruchsplan wird ausgearbeitet.
Auch nach über zehn Jahren Pause gibt es bei diesem Franchise keine Ermüdungserscheinung: "Toy Story 3" macht Kinder froh und Erwachsene ebenso. Dabei hält der blanke Horror Einzug in der heilen Welt der Spielsachen. Die Macher von Pixar bauen nach einem Drehbuch von "Little Miss Sunshine"-Autor Michael Arndt perfekte Referenzen auch an Gefängnis- und Einbruch/Ausbruch-Filme mit ein und peppen die eigentlich simple Story mit einer solchen Fülle an originellen Ideen und neuen Figuren auf, dass es eine wahre Freude ist. Komik und Spannung funktionieren perfekt.
KINDSKÖPFE
An der Highschool waren Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob unzertrennlich, beste Freunde, vereint durch ihre Begeisterung für Basketball. Jahre später treffen sie einander wieder, um Abschied von ihrem einstigen Trainer zu nehmen und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Anschließend verbringen sie das Feiertagswochenende um den 4. Juli in einem traumhaften Haus am See. Frauen und Kinder sind mit dabei. Und die Erkenntnis, dass nicht jeder aus dem Leben gemacht hat, was er hätte machen können.
Die Prämisse mag an Lawrence Kasdans "Der große Frust" erinnern, aber tatsächlich ist "Kindsköpfe" eine Komödie, wie man sie sich von Adam Sandler erwarten würde: ein wenig albern, politisch unkorrekt, etwas melancholisch und immer wieder starker Tobak. Unterstützt von namhaften Kumpels wie Kevin James, Chris Rock, David Spade und Rob Schneider gibt Sandler dem Affen Zucker, wo er nur kann. Das Ergebnis ist etwas undiszipliniert, als hätte man das Drehbuch irgendwann über Bord geworfen, aber auch warmherzig und sympathisch.
FRECHE MÄDCHEN 2
Nachdem die frechen Mädchen Kati, Hanna und Mila erste Erfahrungen mit Jungs gemacht haben, gilt es nun die Beziehungen zu pflegen. Während die eifersüchtige Mila ihrem Freund Markus unterstellt, er würde sie mit Klassenzicke Vanessa betrügen, findet Kati, die eigentlich mit Tobi zusammen ist, an dem obercoolen Robert, den sie bei einem Fotoshooting kennen lernt, Gefallen. Nur bei Hanna scheint alles perfekt zu funktionieren. Branko ist ein echter Gentleman und tut alles für ihre Musikkarriere - allerdings nicht ganz uneigennützig wie sich bald herausstellt.
Das erfolgserprobte Team von "Freche Mädchen", Bianka Minte-König, Autorin der Bestseller-Vorlagen, Regisseurin Ute Wieland und Drehbuch-Autorin Maggie Peren, knüpft direkt an den Vorgänger an und liefert erneue eine locker-leichte Betrachtung von Alltag, Freud und Leid junger frecher Mädchen. Während auf der technischen Ebene mit Split Screens, Stop Tricks, und Zeitraffern für Abwechslung und Tempo gesorgt wird, überzeugen vor allem die darstellerischen Leistungen der jungen wie älteren Schauspieler. Zum gutgelaunten Spaß trägt Selina erneut einige Songs bei.
MARMADUKE
Doggenrüde Marmaduke hat nur Unsinn im Kopf, steckt er doch gerade mitten in der Pubertät. Als die Familie aus der tristen amerikanischen Vorortsiedlung nach Kalifornien umzieht, fühlt sich Marmaduke wie im Paradies. Vor allem die städtische Hundewiese ist für ihn der perfekte Platz, um Freunde zu treffen, Hundedamen kennenzulernen und Unsinn zu veranstalten. Immer mit dabei: Sein bester Kumpel, der Kater Carlos.
Regisseur Tom Dey ("Zum Ausziehen verführt") bleibt seinem Lieblingsgenre, der lockeren Familienkomödie, treu und schickt diesmal eine Dänische Dogge ins Rennen um die Zuschauergunst. In der deutschen Version leiht Christian Ulmen dem sabbernden Riesenhund seine Stimme. Marmaduke wird dabei, wie auch die zahlreichen anderen tierischen Helden in einer Mischung aus Live-Action-Aufnahmen und CGI-Effekten zum Leben erweckt. Doch auch die menschlichen Rollen sind u. a. mit William H. Macy stimmig besetzt.
HANNI UND NANNI
Die Zwillinge Hanni und Nanni haben es faustdick hinter den Ohren. Doch diesmal haben sie den Bogen überspannt, so dass die aufgeweckten Girls von ihren Eltern ins Internat Lindenhof geschickt werden. Nanni gelingt es schnell, in dem ungewohnten Umfeld erste Kontakte zu knüpfen. Hanni tut sich mit ihrer brüsken Art vergleichsweise schwer. Doch im Hockey-Team des Internats beweisen sich schließlich beide. Im entscheidenden Spiel treffen sie ausgerechnet auf die Mannschaft ihrer alten Schule. Jetzt müssen sie beweisen, ob sie wirklich zum Lindenhof gehören.
45 Jahre nach der ersten Veröffentlichung der legendären Jugendbuchreihe von Enid Blyton (1897 - 1968) finden die berühmten Hanni und Nanni schließlich doch noch den Weg auf die Leinwand - bezeichnenderweise mit einer Produktion aus Deutschland, wo die Reihe stets erfolgreicher war als im Heimatland der Autorin. Von Regisseurin Christine Hartmann routiniert und pfiffig umgesetzt, wurde nur die Prämisse der Reihe beibehalten, das komplette Drumherum aber einer gründlichen Modernisierung unterzogen: Diese Zwillinge sind Girls aus dem Hier und Jetzt.
ECLIPSE - Bis zum Abendrot
Gerade als Bella Swan ihre Entscheidung getroffen hat, für ihre Liebe zu Vampir Edward das größte Opfer zu bringen, erreicht die uralte Feindschaft zwischen den Werwölfen und den Vampiren einen kritischen Punkt. Nicht nur, weil sich Werwolf Jacob unbeirrt als bessere, weil menschliche romantische Alternative zu Edward anbietet, sondern, weil Vampire und Werwölfe sich erstmals annähern und einen Pakt schließen müssen, um einen neuen Feind aufzuhalten, der Bella, Edward und das ganze Städtchen Forks bedroht.
Der dritte Teil von Stephenie Meyers' Vampirsaga bietet mehr Dramatik und Action als die Vorgänger, konzentriert sich zwar weiterhin auf das von den Protagonisten gebildete romantische Dreieck, öffnet sich aber auch anderen Figuren stärker, als es die ersten beiden Teile taten. Regisseur David Slade, der mit seinem Thriller "30 Days of Night" schon Vampirwitterung aufnahm, schlägt in den Kampfszenen einen härteren Ton mit größerer Intensität an, hält aber die Balance mit den Zuschauererwartungen an Romantik und Gefühlstiefe.